Gelassenheit lernen – für mich selbst und für meinen Körper!

Wieder einmal wartet man an einem zuvor vereinbarten Treffpunkt und der Partner ist auch nach mehreren Minuten weit und breit nicht zu sehen. Wieder einmal häuft man Überstunden an, um ein Projekt fertigt zu konzipieren und am nächsten Tag ist es für den Chef unwichtig. Viele Menschen reagieren in solchen Situationen mit Ärger, Wut, Enttäuschung, eventuell auch Selbstzweifel und vor allem mit dem Ausschütten von Stresshormonen.
Auch ich gehörte zu diesen Menschen. Da ich selbst eine sehr perfektionistisch denkende Person bin, die versucht es immer möglichst allen Recht zu machen, konnte ich die Reaktionen der anderen in solchen Situationen oft nicht nachvollziehen. Aus diesem Grund war ich dann auch alles andere als gelassen. Dies merkte ich auch immer gleich an meinem Körper – wenn nicht sogleich, dann spätestens einen Tag danach. Das ist ja auch nicht verwunderlich. Schließlich reagiert nicht nur unser Verstand auf solche Gegebenheiten, sondern auch unser gesamter Körper.

Für einen gesunden Körper ist nicht nur eine richtige Ernährung und Fitness bzw. Bewegung notwendig. Auch unsere Psyche spielt eine wichtige und nicht zu unterschätzende Rolle.

Sollte man daher nicht in solchen Situationen gelassener reagieren, um uns und unseren Körper zu schützen? Doch kann man dies überhaupt lernen oder liegt es einfach ein Stück weit in unserer Persönlichkeit? 

 

Der Apotheker und Schriftsteller Ludwig Bechstein sagt hierzu:

„Gelassenheit kann man lernen. Man braucht dazu nur Offenheit, Motivation, ein bisschen Ausdauer und vor allem Bereitschaft, sich von den alten, eingefahrenen Bahnen zu lösen, in denen unser Denken und Handeln sich häufig bewegt.“

Es gibt also Hoffnung – auch für Menschen wie mich, bei denen diese Eigenschaft noch nicht sehr ausgeprägt ist. Doch wie schaffe ich es nun, diese „Gelassenheit“ zu erreichen?

 

Generell liegt der Schlüssel zur Gelassenheit in einem liebevollen Blick auf sich selbst und auf alles um einen herum. Wer die Welt, die Menschen und vor allem sich selbst mit einer liebevollen Einstellung betrachtet, kann leichter geduldig sein und somit auch gelassener.

Zudem ist es wichtig …

  • offen für Neues zu sein
  • alles anzunehmen, was kommt
  • das Leben zu bejahen
  • das eigene Schicksal als Aufgabe und nicht als Last zu sehen

Dies muss man immer im Hinterkopf behalten! Sollte nun eine stressige Situation auftreten, habe ich zudem 4 weitere kleine Tipps für dich, wie du es besser schaffen kannst, nicht ganz aus der Haut zu fahren.

 

Tipp 1: Atme tief durch!

So banal es klingen mag, es ist ein ernstgemeinter Tipp: Was auch passiert, atme immer erst einmal tief durch. Durch ein gezielt tiefes Atmen kannst du Stress, Anspannung, ja sogar Angst regelrecht „weg“ atmen. Durch das tiefte Durchatmen vermittelst du deinem Körper das Gefühl, dass die Situation „nicht so schlimm“ ist und unterbrichst auf diese Weise den in solchen Situationen normalerweise stattfindenden unbewussten und automatischen Prozess, der dich immer verspannter und unruhiger werden lässt.

 

Tipp 2: Betrachte die Situation aus Sicht eines Außenstehenden!

Ein Grund dafür, warum wir es oft nicht schaffen, ruhig und gelassen zu bleiben, besteht darin, dass wir direkt in dem Geschehen sind. Dadurch sind wird oft nicht mehr in der Lage, (rational) nachzudenken, sondern reagieren nur noch und steigern uns selbst immer weiter hinein. Ein Ausweg hierfür ist, in solchen Situationen bildlich einen Schritt aus unserem eigenen Körper zu machen und als Außenstehender darauf zu blicken.

Versuche immer dann, wenn du merkst, dass du die innere Ruhe verlierst, die Augen kurz zu schließen und einen Schritt „neben dich“ zu machen. Wie siehst du als Außenstehender diese Situation? Was würdest du den handelnden Personen raten?

Dieser Tipp hilft dir in zweifacher Weise. Zum einen erreichst du dadurch eine Unterbrechung des Panik-Teufelskreises, zum anderen kannst du dich mit hilfreichen Worten selbst beruhigen, denn einem anderen können wir schließlich in fast jeder Situation einen wertvollen Tipp geben.

 

Tipp 3: Vier Fragen für alle Fälle

Oftmals hilft es einem auch, sich in einer solchen Situation gezielt folgende vier Fragen zu stellen.

  • Was genau ist im Moment so schlimm / beängstigend / stressig?
  • Was könnte mir oder anderen im schlimmsten Fall passieren?
  • Wie wahrscheinlich ist das?
  • Was kann ich jetzt tun?

Durch die Beantwortung dieser Fragen, schaltest du automatisch deinen Kopf ein und es herrschen dann nicht nur deine Gefühle.

 

Tipp 4: Glaube an die Aussage „Alles kommt so, wie es kommen soll!“!

Mach dir klar, dass du nicht wissen kannst, wozu etwas gut ist. Was heute bedrohlich wirkt, kann sich morgen als Glücksfall herausstellen. Ich persönlich bin fest der Ansicht, dass alles so kommt, wie es kommen soll. Demnach hat jedes Ereignis einen bestimmten Grund. Vielleicht erfährt man diesen nicht gleich unmittelbar. Aber früher oder später wird man verstehen, für was diese Gegebenheit nützlich war. Denn nichts schafft mehr Gelassenheit, als sich selbst klar zu machen, dass unsere Reaktion auf ein Ereignis lediglich eine subjektive Wertung ist. Diese Wertung kann im nächsten Moment schon wieder ganz anders aussehen.

 

Zum Abschluss dieses Artikels möchte ich noch einmal einen kurzen Bezug zum anfänglichen Zitat von Ludwig Bechstein nehmen und dir die nötige Offenheit, Motivation, Ausdauer und Bereitschaft für das Lernen der Gelassenheit wünschen!
Ich zumindest bin dazu bereit, an dieser Eigenschaft weiter zu arbeiten – für mich selbst und vor allem auch für meinen Körper!

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Gelassenheit lernen – für mich selbst und für meinen Körper!
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Marini

Du hast so Recht 😉
ein sehr schön geschriebener Artikel 🙂

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Du hast so Recht 😉
ein sehr schön geschriebener Artikel 🙂

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